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Fall-Kontroll-Studie: Zusammenhang zwischen bösartigen Hirntumoren, diagnostiziert zwischen 2007 und 2009, und der Nutzung von Mobil- und Schnurlostelefonen

Hirntumor

Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang zwischen langfristiger Nutzung von Mobil- und Schnurlostelefonen und dem Risiko für die Entstehung von bösartigen Hirntumoren zu untersuchen. 

Dafür wurde eine Fall-Kontroll-Studie zu Gehirntumorfällen bei Personen beiderlei Geschlechts im Alter von 18-75 Jahren, diagnostiziert zwischen 2007 und 2009, durchgeführt. Für jeden Fall wurde eine bevölkerungsbasierte Kontrollgruppe für Geschlecht und Alter verwendet. Die Exposition (Nutzung von Mobil- und Schnurlostelefonen) wurde mittels eines Fragebogens bewertet. Die statistische Auswertung wurde mittels unkonditionaler logistischer Regression durchgeführt, korrigiert für Alter, Geschlecht, Jahr der Diagnose und sozioökonomischen Status. Der Fragebogen wurde insgesamt von 87% (n = 593) der teilnehmenden Personen mit einem bösartigen Hirntumor und von 85 % (n = 1.368) der Kontrollpersonen beantwortet. Es wurde ein erhöhtes Risiko für bösartige Hirntumore bei der Nutzung von analogen Mobiltelefonen beobachtet (OR 1,8; KI 1,04-3,3), ansteigend mit mehr als 25 Jahren Latenzzeit (OR 3,3; KI 1,6-6,9). Erhöhte Risiken wurden für die Nutzung von digitalen 2G-Mobiltelefonen (OR 1,6; KI 0,996-27; Latenzzeit >15-20 Jahre: OR 2,1; KI 1,2-3,6) und von Schnurlostelefonen gefunden (OR 1,7; KI 1,1-2,9; Latenzzeit > 15-20 Jahre: OR 2,1; KI 1,2-3,8). Nur wenige Teilnehmer hatten ein schnurloses Telefon für > 20-25 Jahre verwendet. Mobiltelefonnutzung der digitalen Art sowie Schnurlostelefonnutzung ergab ein erhöhtes Risiko mit einer Latenzzeit von > 1-5 Jahre, dann ein niedrigeres Risiko in den folgenden Latenzzeit-Gruppen, aber dann wieder ein erhöhtes Risiko bei einer Latenzzeit von > 15-20 Jahren. Ipsilaterale (auf derselben Körperseite) Nutzung führte zu einem höheren Risiko als kontralaterale (auf beiden Körperseiten) Mobil- und Schnurlostelefonnutzung. Höhere ORs wurden für Hirntumore in den Schläfenlappen und in überlappenden Teilen des Gehirns berechnet. Die Wissenschaftler schlussfolgern, dass diese Studie frühere Ergebnisse eines Zusammenhangs zwischen Mobil-und Schnurlostelefonnutzung und bösartigen Hirntumoren bestätigt. Diese Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass hochfrequente elektromagnetische Felder (HF-EMF) sowohl im Initiations- als auch im Promotions-Stadium der Krebsentstehung eine Rolle spielen können.

Quelle: http://www.wik-emf.org/emfbrief.html  Brief 112

Bibliografie: Hardell et al., J Oncol 2013; in press.

Volltext:  http://www.spandidos-publications.com/10.3892/ijo.2013.2111


Bildquelle: fotolia