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Die Erde hat Fieber UNO-Studie: Extremstes Wetter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Kranke ErdeDas vergangene Jahrzehnt war laut UNO-Studie das wärmste seit 1850 und somit seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Mehr als 370.000 Personen kamen bei Wetterextremen ums Leben. Die wirtschaftlichen Schäden werden von 2001 bis 2010 mit 660 Mrd. US-Dollar beziffert. Ein Ende des bedrohlichen Trends sehen UN-Experten nicht:

Von Wirbelstürmen bis Hitzewellen mit insgesamt hunderttausenden Toten hat die Welt zwischen 2001 und 2010 mehr Klimaextreme erlebt als früher. Zugleich war die erste Dekade des 21. Jahrhunderts die wärmste seit 1850. Dabei seien mehr nationale Temperaturrekorde gebrochen worden als in jedem anderen erfassten Jahrzehnt, erklärten Wissenschafter der  zur UNO gehörenden Weltorganisation für Meteorologie (WMO).

Der seit langem zu beobachtende Trend zur Erderwärmung setze sich fort. "Steigende Konzentrationen von Treibhausgasen verändern unser Klima mit weitreichenden Folgen", warnte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud bei der Vorlage der umfangreichen Studie "Das globale Klima 2001-2010 - Eine Dekade der Extreme". Dafür hatten meteorologische Dienste in 139 Ländern Daten zusammengetragen.

Demnach stieg die weltweite jährliche Durchschnittstemperatur auf 14,47 Grad Celsius - das sind 0,47 Grad mehr als im Zeitraum von 1961 bis 1990. Zudem beschleunige sich die Erwärmung: Zwischen dem letzten Jahrzehnt und dem Zeitraum von 1991 bis 2000 wurde es weltweit um 0,21 Grad wärmer - das ist Rekord für zwei aufeinanderfolgende Dekaden seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die Eisdecke in der Arktis sei in der zurückliegenden Dekade im Vergleich zu den 1960er-Jahren rapide geschrumpft. Im Jahr 2007 habe sie um 39 Prozent unter dem langjährigen Mittel gelegen. Dieser „negative Rekord“ sei 2012 gebrochen worden, heißt es in dem Bericht weiter.

Zugleich nahm die Zahl tropischer Wirbelstürme im Nordatlantik zu: Sie stieg von zwölf im langfristigen jährlichen Mittel (1981 bis 2010) auf durchschnittlich 15 zwischen 2001 und 2010. Weltweit wurden in der zurückliegenden Dekade fast 170.000 Menschen durch Stürme getötet. Dennoch sank im vorigen Jahrzehnt die Zahl der Toten durch Stürme im Vergleich zum Zeitraum 1991 bis 2000 um 16 Prozent. Dies sei vor allem den Frühwarnsystemen und der besseren Vorbereitung auf Unwetter zu verdanken.

Insgesamt kamen laut WMO mehr als 370.000 Menschen infolge extremer Wetter- und Klimabedingungen ums Leben. Das seien 20 Prozent mehr als in der Dekade von 1991 bis 2000. Die Steigerung basiert vor allem darauf, dass deutlich mehr Menschen durch Hitzewellen starben.

WMO-Chef Jarraud wies aber auch darauf hin, dass Wetterkatastrophen nicht zwangsläufig Folge der Erderwärmung seien. Parallel dazu vollzögen sich "natürliche Schwankungen des klimatischen Systems". Es sei allerdings längst klar, dass die zunehmende Konzentration von Treibhausgasen in der Erdatmosphäre das Klima negativ beeinflusse. Welche Rolle natürliche Schwankungen spielten, müssten weitere langfristige Studien genauer klären.



Der Kommentar von Dr. Franz Alt

Dr. Franz AltDie Erde hat Fieber

Juni 2013: In Mallorca schneit es. In Kuba ist es zu kalt für diese Jahreszeit. Norditalien, Tschechien und Deutschland versinken im Hochwasser. Und wer ist schuld?

Die Klimaforscher sagen es seit über 20 Jahren: Wir Menschen mit unserem pyromanen Verhalten. Wir verbrennen heute an einem Tag so viel Kohle, Gas und Erdöl wie die Natur in einer Million Tagen geschaffen hat.

Eins zu einer Million mal verbrennen wir die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Das hält unser Planet auf Dauer nicht aus. Täglich produzieren wir 150 Millionen Tonnen CO2 und belasten die Atmosphäre damit. Wir benutzen unseren Lebensraum als Müllkippe. Deshalb hat die Erde Fieber und steckt uns Menschen natürlich damit an. Und niemand kann sagen, er oder sie habe nichts gewusst.

Die Klimaerwärmung verläuft exakt so wie sie die Klimaforscher seit Jahrzehnten voraussagen:

Die Wetterextreme häufen sich. Sie sind nach Meinung des Instituts für Klimafolgenforschung in Potsdam ein deutliches Indiz für den Klimawandel, der uns in seiner eigentlichen Dimension erst noch bevorsteht. Drei „Jahrhunderthochwasser“ in elf Jahren machen deutlich, dass sich die Zeichen des Unheils mehren.

Weil wir hemmungslos CO2, das Haupttreibhausgas, in die Luft pumpen, heizen wir die Atmosphäre auf. Immer mehr Wasser verdunstet. Die Luftfeuchtigkeit steigt. Wolken saugen sich voll und regnen sich ab. Es gibt immer mehr Starkniederschläge und in Folge heftigere Überschwemmungen.

Am Klimawandel und seinen Folgen führt offensichtlich kein Weg mehr vorbei. Vielleicht haben wir noch eine Chance, wenigstens das Schlimmste zu verhindern. Dann sollten wir sie nutzen und die Energiewende zu 100 Prozent so rasch wie irgend möglich organisieren.

Jahrhundertfluten in Deutschland:


In nur vier Tagen kamen in Bayern und Sachsen 400 Liter Regenwasser pro Quadratmeter herunter. In Berlin fielen im ganzen Monat Mai dagegen nur 60 Liter. In Nordeuropa stieg das Thermometer in diesen Tagen auf 30 Grad, aber in Spanien sank die Temperatur auf 15 Grad, auf Spaniens Bergen schneite es noch Anfang Juni.

Aber in diesen wetterverrückten Tagen thematisiert kaum ein Politiker und kaum ein Journalist diese offensichtlichen Zusammenhänge zwischen Wetterextremen und dem Klimawandel, den „Naturkatastrophen“ und unserem Energieverhalten.

Was muss, Herr Altmaier, Herr Röttgen und Frau Merkel eigentlich noch alles passieren, damit endlich politisch etwas passiert und die Energiewende ernsthaft und seriös vorangetrieben wird? Dass die Industriegesellschaften permanent unsere Böden versiegeln, Straßen, Lagerhallen und Wohnsiedlungen bauen und Regenwasser immer weniger Platz zum Versickern findet, verstärkt das Problem.

Schon vor 16 Jahren sagte Helmut Kohl im Angesicht des damaligen Oder-Hochwassers: „Gebt dem Fluss mehr Raum“. Und was ist geschehen? Fast nichts. Zumindest nicht genug.

Und jetzt zeigt sich wieder einmal: Nichtstun wird teurer als Vorbeugen. Die Weltbank hat schon vor sechs Jahren errechnet, dass der ungebremste Klimawandel mindestens fünfmal teurer wird als eine intelligente Energiewende. Energiewende kostet, aber keine Energiewende kostet die Zukunft.

Mensch, Klima und Wasser müssen ein neues, naturverträgliches Verhältnis zueinander finden. Sonst versinken nicht nur einige Tausend Häuser, sondern unser aller Zukunft.

http://www.sonnenseite.com/Politik,Die+Erde+hat+Fieber,95,a25741.html