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Darmkrebs: Protein treibt Tumorzellen in den Tod

tumorzelleEin deutsch-italienisches Forscherteam hat entschlüsselt, wie ein körpereigenes Protein Darmkrebs verhindern kann. Das Protein PGC1alpha kurbelt in Tumorzellen die Aktivität der Mitochondrien ungewöhnlich stark an. Die "Zellkraftwerke" produzieren die für Stoffwechselprozesse notwendige Energie, wobei aber auch zellschädigende

freie Radikale anfallen, und zwar dank PGC1alpha in so großen Mengen, dass die Krebszellen in den programmierten Tod (Apoptose) getrieben werden. Dieser Mechanismus lässt sich auch gezielt anstoßen, um eine Darmkrebserkrankung zu verhindern. Wie das geht, erklären die Wissenschaftler der Universitäten Leipzig und Bari im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences of the U.S.A." (PNAS, doi: 10.1073/pnas.1016354108).

Freie Radikale entstehen bei jedem Verbrennungsprozess in den Mitochondrien. Sie sind hochreaktiv, weil ihnen ein oder mehrere Elektronen fehlen: Um dieses Manko auszugleichen, entreißen sie anderen chemischen Verbindungen in der DNA oder den Zellwänden deren Elektronen, was massive Schäden verursachen kann. Normalerweise schützt sich eine Zelle durch sogenannte Radikalfänger davor: Sie können die aggressiven Räuber schnell entsorgen.

Zelltod als letzter Ausweg

Indem PGC1alpha die Mitochondrien vermehrt, steigt auch die Menge an anfallenden freien Radikalen. Die Zahl der Radikalfänger erhöht sich aber nicht im gleichen Maße, wodurch ein Ungleichgewicht entsteht: relativ wenig Radikalfänger stehen einer Überzahl an Radikalen gegenüber, der sie nicht Herr werden können - die Räuber können daher so starke Schäden in der Zelle anrichten, dass dies letztendlich das Programm "gezielter Zelltod" aktiviert. Dieser natürliche Mechanismus sorgt dafür, dass all jene Zellen rechtzeitig eliminiert werden, die zu einer Belastung für den Körper geworden sind - etwa aufgrund nicht reparabler Schäden.

Gezielte Krebsvorbeugung...

Das Schutzprotein lässt sich auch gezielt als Waffe gegen Darmkrebs einsetzen. "Wir haben Labormäuse genetisch so verändert, dass das Protein PGC1alphain deren Darmzellen überproduziert wird", erklärt Prof. Peter Seibel vom Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum der Uni Leipzig. "Danach konnten wir beobachten, dass diese Mäuse gegen Darmkrebs geschützt sind."

...mit Erdnüssen, Beeren, Trauben

Für die Praxis gibt es offenbar einen einfacheren Weg, das Schutzprotein in Darmzellen anzuschalten. "Es scheint so zu sein, dass durch bestimmte Ernährungsgewohnheiten vermehrt PGC1alpha in Darmzellen hergestellt wird", sagt der Mediziner. "Andere Forschungsgruppen konnten nämlich nachweisen, dass die Menge des Proteins durch den pflanzlichen Wirkstoff Resveratrol erhöht werden kann." Und dieser stecke reichlich in Erdnüssen, Beeren und den Schalen von roten Weintrauben. (mf)

Quelle: http://www.netdoktor.de/News/Darmkrebs-Protein-treibt-Tu-1135123.html